Bernhard Peter
Historische heraldische Exlibris (14)

Exlibris von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1902, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für Wilhelm Hauser. Das Exlibris ist auf dem unteren Spruchband vor dem Bücherregal mit der lateinischen Zahl mcmii datiert, neben der Devise, die den weiteren Verlauf des Schriftbandes belegt: "nil temere - nil timide", eigentlich: nihil temere, nihil timide - nichts unbesonnen, nichts furchtsam. Die Künstlersignatur befindet sich oben rechts, ein kleines Schildchen hängt an einem Bändchen vom Rahmenwerk der gotisierenden oberen Zone herab: LOR(ENZ) M. RHEUDE FEC(IT). Das gewendete Wappen zeigt auf einem Dreiberg einen Hahn, auf dem gekrönten Helm der Hahn aus dem Schild zwischen zwei Flügeln (ohne Literaturbeleg, Hinweise willkommen). Drei Wappenschilde befinden sich darüber, die äußeren nach innen geneigt, optisch links oben in Rot das silberne schwebende griechische Kreuz der Eidgenossen, optisch oben rechts in Gold über einem grünen Schildfuß (Boden, Rasen) ein aus einer silbernen Stadt mit Torturm sprengender vorderhalber, gekrönter schwarzer Widder. Das ist das Wappen der Stadt Schaffhausen, wobei man zwischen zwei sehr ähnlichen Wappen unterscheiden muß: Das Wappen mit dem aus dem Stadttor sprengenden Widder ist das der Stadt Schaffhausen, das mit dem schwarzen, gekrönten Widder in goldenem Feld ohne Stadtmauer und Stadttor gehört dem Kanton Schaffhausen. Heute führt der Kanton den Widder mit goldener Krone und goldenem Gehörn, die Stadt den Widder ungekrönt und gänzlich schwarz. Zwischen beiden Schilden befindet sich noch ein etwas kleinerer Wappenschild mit Schrägbalken, gewendet.

Exlibris von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1906, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für August F. Ammann. Die Jahreszahl befindet sich mit auf dem Schriftband, das Künstlermonogramm rechts unten in der Ecke. Die Familie Ammann aus Zürich ist verzeichnet im Siebmacher Band Bg3, S. 57, T. 61. Uli Ammann wurde 1386 in Zürich als Bürger angenommen. Ludwig Ammann war 1483 Stadtschreiber. Das Wappen (in Silber ein mit drei balkenweise gelegten, goldenen, sechsstrahligen Sternen belegter roter Schildhauptpfahl, Helmzier ein wachsender Rumpf ohne Arme mit goldenem Haar, dessen Kleid wie der Schild bez. ist) mit besonders ausladenden silbern-roten Helmdecken wird von insgesamt vier Wappenschilden begleitet. Der Wappenschild heraldisch oben links zeigt in Rot ein schwebendes silbernes griechisches Kreuz (Schweiz), der oben rechts ist von Silber und Blau schräggeteilt (Stadt Zürich), unten links schließlich befindet sich das gewendete Staatswappen Großbritanniens (geviert, Feld 1 und 4: England, in Rot drei goldene Leoparden übereinander, Feld 2: Schottland, in Gold innerhalb eines außen und innen mit Lilien besteckten Zwillingsinnenbordes ein roter Löwe, Feld 3: Irland, in Blau eine goldene Harfe mit silbernen Saiten), der vierte Schild rechts unten zeigt in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, rechts oben bewinkelt von einem aufrechten roten Schwert (Stadt London).

Exlibris von Lorenz Rheude
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1920, entworfen von Lorenz M. Rheude (1863-1939) für Hans Wolff. Die die Datierung in der Mitte unterteilende Künstlersignatur befindet sich rechts unten außerhalb der Graphik. Es handelt sich um ein redendes Wappen. Der Schild zeigt in Schwarz einen aufgerichteten Wolf, in der rechten Pranke eine Rose haltend. Auf dem bewulsteten Helm der Wolf mit Rose wachsend (ohne Literaturbeleg, Hinweise willkommen). Links oben befindet sich ein gewendeter roter Schild mit einem springenden silbernen Pferd (Westfalen), rechts oben einer mit einem roten Löwen in Silber. Unten in der Mitte befindet sich ein Apothekenmörser mit Pistill, aus dem Mörser eine Rose wachsend. In den unteren beiden Ecken befindet sich je eine Rose als Pendant zu den Wappenschilden oben.

Hier noch die Ausschnittsvergrößerung aus einer Farbvariante des Blattes:

Exlibris von Gustav Adolf Closs:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1897, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938) für Ottilia von Gaisberg zu Schöckingen, geborene von der Tann-Rathsamhausen (Gutenberg 18.782, Klischee). Die Datierung erfolgt auf dem Rahmen, eine Signatur fehlt. Die ganze Anordnung entspricht der einer gotischen Grabplatte, die zentrale Figur in gotisierender Kleidung, der Mantel silbern mit zwei grünen Balken, an das Innere des Rathsamhausen-Wappens erinnernd, innen silbern-blau gefeht, und das Gewand darunter ist rot und mit gebogenen silbernen Forellen mit goldenen Flossen besät, also mit der Wappensymbolik der Freiherren von der Tann. Damit folgt diese Darstellung der Tradition der einst in den Wappenfarben bemalten Figuren auf Grabplatten und Epitaphien, dazu passend der treue Hund zu Füßen der Dame und die vier Wappenschilde der Ahnenprobe in den vier Ecken des hochrechteckigen Feldes, während das Wappen des Ehemannes (von Gaisberg, in Gold ein gekrümmtes, schwarzes Bockshorn) asymmetrisch seinen Platz im Zentralfeld findet. Optisch oben links sehen wir den gewendeten Wappenschild von der Tann (in Rot eine gebogene silberne Forelle mit goldenen Flossen), unten links den von Rathsamhausen (in Rot ein silbernes Schildchen mit einem grünen Balken), oben rechts vermutlich von Stetten (in von Blau und Gold schräggeteiltem Schild ein vorderhalber Bock in verwechselten Farben - das ist das Wappen mit der hier nicht näher vertieften "Hopfer-Geschichte"), unten rechts vermutlich das Wappen Schadt (in Gold ein schwarzer Adlerrumpf ohne Füße, im Schnabel ein Fisch, und mit goldenem Halsband. Die zugehörige Helmzier wäre ein wachsender schwarzer Adler mit ausgebreiteten Schwingen und mit goldenem Halsband, auch mit einem Fisch im Schnabel, mit schwarz-goldenen Decken). Zur weiteren Diskussion der Genealogie, der Wappen und der Wappenvereinigung von der Tann / Rathsamhausen siehe unten.

Exlibris von Gustav Adolf Closs:
Ein undatiertes heraldisches Exlibris, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938) für die Schloßbibliothek Schöckingen und das Besitzerehepaar, Friedrich Freiherr von Gaisberg-Schöckingen (geb. 27.12.1857 in Ludwigsburg, gest. 27.8.1932) und seiner Frau Ottilia von Gaisberg-Schöckingen, geborene von der Tann-Rathsamhausen (geb. 4.6.1860 in München, Heirat am 16.4.1887 in München). Eine Signatur fehlt (Gutenberg 18.776, Klischee). Es existieren sehr viele Exlibris von der Hand dieses Künstlers für genau dieses Ehepaar, weil eine Freundschaft bestand, die aus Tübinger Studienzeiten und einer gemeinsamen Mitgliedschaft im Corps Frankonia zu Tübingen herrührte, wo Closs Staats- und Politikwissenschaften studierte. Die im Bogen über der mittig zwischen beiden Wappen der Eheleute stehenden Schildhalterin angebrachte Inschrift lautet "cave capri cornua". Das Wappen des Ehemannes ist geviert, Feld 1 und 4 in Rot ein achtspitziges silbernes Kreuz (Malteserkreuz, Johanniterkreuz), welches er als „Rechtsritter des Johanniter-Ordens“ im Wappen führen durfte, wohingegen die Ehrenritter das Ordenskreuz am schwarzen Bande unter ihren Wappenschild hätten hängen müssen, Feld 2 und 3: in Gold ein gekrümmtes, schwarzes Bockshorn. Zwei Helme: Helm 1 (rechts): auf rot-silbern bewulstetem Helm mit rot-silbernen Decken ein achteckiges rotes Schirmbrett mit einem achtspitzigen silbernen Kreuz (Malteserkreuz, Johanniterkreuz), die freien Ecken mit einem Pfauenspiegel besteckt, Helm 2 (links): Stammhelmzier, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzes, nach hinten gebogenes Bockshorn. Frau Ottilia von Gaisberg-Schöckingen, geborene von der Tann-Rathsamhausen führt ebenfalls ein geviertes Wappen mit zwei Helmen: Feld 1 und 4: in Rot eine gebogene silberne Forelle mit goldenen Flossen (von der Tann), Feld 2 und 3: in Rot ein silbernes Schildchen mit einem grünen Balken (Rathsamhausen). Helm 1 (rechts): ein golden gekrönter roter hoher Hut (oder als Säule beschrieben, ursprünglich aber ein Hut, der wie so oft später zur Säule wurde), belegt mit der silbernen Forelle mit goldenen Flossen, oben mit rot-silbernen Federn besteckt. Helmdecken rot-silbern. Helm 2 (links): ein wachsender silberner Brackenrumpf mit roten Ohren, rotgezungt, mit grünem, goldenberingtem Halsband, Helmdecken silbern-grün (Rathsamhausen). Im Siebmacher wird für das Rathsamhausen-Wappen das Halsband als rot oder als golden beschrieben, ferner die Helmdecken als rot-silbern. Weitere Varianten des Stammkleinods finden sich in der Literatur (Codex Reiber, Codex Büheler, Grünenberg etc.), mit schwarzem Halsband, mit schwarz-silbern geschachtem Halsband, mit grün-silbernen Decken etc. Das Oberschwäbische Geschlechterbuch (Kindler v. Knobloch) gibt eine Übersicht über die Vielfalt der Kleinode.

Die von der Tann sind fränkischer Uradel. Die von Rathsamhausen sind elsässischer Uradel, deren Mitglieder auch zur rheinischen und schwäbischen Ritterschaft gehörten. Verbindungen zwischen beiden Familien gibt es mehrere: Die Herrschaft Nonnenweier gelangte, nachdem der Mannesstamm 1819 erlosch, durch Erbtöchter an die Familien von der Tann und Böcklin von Böcklinsau. Die Namen- und Wappenvereinigung der von der Tann mit dem der Freiherren von Rathsamhausen zu dem Kombinationswappen und -Namen von und zu der Tann-Rathsamhausen erfolgte am 21.05.1868 für Ludwig Samson Heinrich Arthur Freiherr von und zu der Tann (1815-1881), königlich bayerischer Infanterie-General, sowie für seine Brüder Hugo und Rudolph, königlich bayerische Generalmajore, allesamt Söhne von Heinrich Friedrich Freiherr von und zu der Tann (10.5.1784-8.11.1848) und seiner am 10.5.1812 geehelichten Frau Sophia Freiin von Rathsamhausen (24.5.1791-2-12-1833), der letzten ihres Geschlechts, und auch für die Cousins Otto und Arthur, die ebenfalls eine geborene von Rathsamhausen zur Mutter hatten, Sophias Schwester Auguste (30.3.1802-19.3.1890), die am 1.10.1820 Friedrich Karl Joseph von der Tann (4.6.1793-23.12.1849) geheiratet hatte. Auguste und Sophie waren die einzigen Kinder von Ludwig Samson von Rathsamhausen (26.12.1740-25.9.1819) und Sophia Franziska von Rathsamhausen-Ehnweyer (3.4.1767-9.11.1833).

Exlibris von Gustav Adolf Closs:
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1903, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938) für Friedrich Freiherr von Gaisberg-Schöckingen (1857-1932). Die Inschrift lautet komplett: "Aus der Bücherei des Freiherrn Friederich Joh. von Gaisberg auf Schöckingen, Ringingen und Balzheim AD 1903". Eine Künstlersignatur fehlt (Gutenberg 18.786, Klischee). Hinter dem im Gras knienden Ritter ist ein bogenförmiges Schriftband aufgespannt mit der Devise "cave capri cornua" (Hüte Dich vor dem Gehörn des Steinbocks!). Das Wappen der v. Gaisberg zeigt in Gold ein gekrümmtes, schwarzes Bockshorn. Die Stammhelmzier auf gekröntem Helm mit schwarz-goldenen Decken ist ein schwarzes, nach hinten gebogenes Bockshorn (Siebmacher Band Erg Seite: 13 Tafel: 4, Pr Seite: 43 Tafel: 53, SchlA3 Seite: 80 Tafel: 50, Wü Seite: 7 Tafel: 8, sowie im Westfälischen Wappenbuch). Dieses redende Wappen (Geisbockshorn für Gaisberg) wurde 1499 von Kaiser Maximilian in einem Wappenbrief bestätigt. Hier ist das Wappen abweichend aufgebaut: Geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silbernes, achtspitziges Kreuz (Malteserkreuz, Johanniterkreuz, s. o.), Feld 2 und 3 Stammwappen. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzes Bocksgehörn (also abweichend zwei Hörner, wohl aus künstlerischen Gründen). Der kniende Ordensritter mit hochgeklapptem Visier der Hundsgugel und den beiden Einzelschildchen auf dem Schulterschutz hält im Arm eine rote Fahne mit dem achtspitzigen silbernen Kreuz. Im Hintergrund ist Schloß Schöckingen zu sehen. Die Freiherren von Gaisberg, die 1352 mit Friedrich Gaisberger zu Kirchberg an der Murr erstmalig urkundlich erwähnt wurden, gehören zum schwäbischen Uradel und stammen aus dem Bottwartal (Großbottwar) und waren gegen Ende des 14. Jh. auch im Remstal ansässig, wo sie als ersten Stammsitz vermutlich die Gaißburg bei Hohenacker und später im 16. Jh. Burg Schnait bewohnten. Man findet viele Familienmitglieder in württembergischen Diensten, mehrfach als Vögte in Schorndorf, z. B. 1392 Fritz v. Gaisberg, Sohn von Friedrich v. Gaisberg. Die v. Gaisberg wurden Lehnsleute der Württemberger. Die Familie teilte sich in die Hauptlinien zu Helfenberg und zu Schöckingen. Im 16. Jh. tauchen als weitere Sitze Altensperg und Planhoven auf, denn Peter von Gaisberg erhielt 1570 die kaiserliche Erlaubnis, sich dieser Namenszusätze zu bedienen. Im 17. Jh. wurden mehrere Burgen, Schlösser und Güter erworben, 1660 Schloß Schöckingen (ein württembergisches Lehen für Christoph von Gaisberg, auch heute in Familienbesitz), 1678 Hohenstein und Schaubeck (beide im 18. Jh. verloren), 1686/1746 Helfenberg (Zerstörung des unteren Schlosses 1945). Die ritterschaftliche Familie war in den Ritterkantonen Kocher und Neckar-Schwarzwald immatrikuliert, kurzfristig auch im Ritterkanton Odenwald. Der uradeligen Familie wurde am 19.11.1824 von Wilhelm I, König von Württemberg, der Freiherrenstand noch einmal bestätigt. Der Familie gehören heute neben Schloß Schöckingen außerdem Schloß Großheppach im Remstal (Stadtteil von Weinstadt) und das Gut Neudeck. Der Eigner Friedrich Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen (s. o.) war Vorsitzender des Vereins St. Michael, daneben war er auch Ehren-Ritterhauptmann des St. Georgen-Vereins der Württembergischen Ritterschaft, er war im Johanniterorden aktiv, und er war 1910/11 Vorstandsbeisitzer der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte, dazu noch Mitglied in dem heraldischen Verein Herold und in der Schweizerischen heraldischen Gesellschaft.

Exlibris von Jean Kauffmann:
Ein heraldisches Exlibris (Radierung) aus dem Jahr 1913, entworfen von Jean Kauffmann (1866-1924) aus Luzern für Otto Kauffmann (Gutenberg 28.083, Kupferstich) . Das Exlibris ist nicht datiert, aber die eingedruckte Künstlersignatur befindet sich in extenso am unteren Rand außerhalb des Rahmens. In der Mitte ist ein Ehewappen zu sehen, jeweils als Vollwappen dargestellt. Rechts und links befinden sich die zugehörigen vier Wappenschilde, der oberste dem linken bzw. rechten Wappen der Mitte entsprechend. Das Wappen der Kauffmann aus Esslingen, später Baden-Baden und Stuttgart zeigt ein entsprechendes Schildbild, in Silber auf grünem Boden eine Jungfrau in rotem Rock mit blauem Überkleid, mit verbundenen Augen, in der Rechten ein Schwert, in der Linken eine Balkenwaage haltend (Justizia). Auf dem Helm mit rechts schwarz-silbernen und links rot-silbernen Decken ein goldener Stern zwischen zwei schwarzen Flügeln (Siebmacher Band Bg5 Seite: 78 Tafel: 90, Wü Seite: 15 Tafel: 20). Ferner wird das Wappen im Rietstap/Rolland beschrieben, die Binde als rot-silbern, das Schwert als silbern und die Waage als golden präzisierend, den Stern der Helmzier abweichend als silbern ansprechend, mit der allgemeinen Ortsangabe "Württemberg". Das Wappen Geldner zeigt einen aus einer Mauer wachsenden Löwen, Helmzier der Löwe wachsend. Der Wappenschild Fehr zeigt in mehrfach geteiltem Schild eine eingebogene Spitze mit Lilie. Ein entsprechendes Wappen einer Familie Fehr aus St. Gallen findet sich im Rietstap/Rolland, dort werden in Silber drei rote Balken abgebildet, die eingebogene Spitze ist blau, die Lilie golden. Das Wappen Baunach zeigt einen Sparren, begleitet von drei (2:1) Muscheln (Pilgermuscheln, Jakobsmuscheln, nur mit Lupe zu differenzieren!). Ein entsprechendes Wappen Baunach aus Franken findet sich im Rietstap/Rolland, dort ist der Schild blau, der Sparren golden, die Muscheln silbern, als Helmzier ein wie der Schild bez. Flug, Decken blau-golden. Der Wappenschild Schmöle folgt optisch links unten mit der Darstellung eines pfahlweise gestellten dreiblättrigen Kleeblattes. Ein entsprechendes Wappen einer Familie Schmöle mit der vielseitigen Ortsangabe "Iserlohn, Frankfurt, Amsterdam" findet sich im Rietstap/Rolland, dort ist das Feld silbern, das Kleeblatt grün, keine Helmzier angegeben. Auf der optisch rechten Seite begegnet uns der Wappenschild Ammon zweimal, mit zwei schräggekreuzten gekrönten Löwen, mit nur jeweils einer Vorderpranke und einem Hinterbein und mit eingekniffenen Schwänzen. Ein entsprechendes Wappen einer Familie Ammon aus Nürnberg findet sich ebenfalls im Rietstap/Rolland, dort werden zwei sich schräg überkreuzende silberne, goldengekrönte Löwen in rotem Feld angegeben, mit nur jeweils einer Vorder- und Hinterpranke, die Schwänze gesenkt. Helmzier ein wie der Schild bez. Flug. Und zuletzt, optisch ganz rechts unten, befindet sich der Wappenschild Reichel, mit zwei Spitzen, die an jedem Ende mit Gleven besteckt sind, geteilt. Ein solches Wappen findet sich beschrieben im Siebmacher, Band BayA1 Seite: 106 Tafel: 105, für eine Regensburger Familie Reichel: von Rot und Silber mit zwei Spitzen, die an jedem Ende mit halben Lilien besteckt sind, geteilt, Helmzier ein wie der Schild bez. Flug, Decken rot-silbern. Im Rietstap/Rolland ist das Geschlecht ebenfalls verzeichnet mit der Ortsangabe Nürnberg.

Exlibris von Adolf M. Hildebrandt
Ein heraldisches Exlibris aus dem Jahr 1903, entworfen von Adolf M. Hildebrandt (1844-1918) für Georg Starke aus Görlitz (92 x 63 mm, Buchdruck, Witte, Bibliographie 2, 35; Thieme-Becker 17; Gutenberg 25.691). Das Wappen zeigt unter blauem, mit drei silbernen Lilien balkenweise belegtem Schildhaupt in Gold einen roten Löwen. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der rote Löwe sitzend zwischen einem rechts goldenen, links blauen und mit einer silbernen Lilie belegten Adlerflug (vgl. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Band 14). Das Wappen wird seitlich und oben gerahmt von Kratzdisteln mit je drei Blütenständen, unten eine Schriftkartusche "GOERLITZ 1903" mit durchflochtenen Enden.

Exlibris von Jean Kauffmann:
Ein heraldisches Exlibris, entworfen von Jean Kauffmann (1866-1924) für die Familie Baehler auf Schloß Neu-Habsburg (Gutenberg 28.081, Kupferstich, 81 x 65 mm). Das Exlibris ist auf 1910 datiert, und die eingedruckte Künstlersignatur befindet sich in extenso am unteren Rand außerhalb des Rahmens. Der Schild zeigt in Blau über grünem Dreiberg einen von einer gestürzten, goldenen Mondsichel überhöhten goldenen, sechsstrahligen Stern. Auf dem Helm ein Straußenfederbusch (ohne Literaturbeleg, Hinweise willkommen). Schloß Neuhabsburg (Meggen, Kanton Luzern, Schweiz) ist eine 1869-1871 am Ufer des Vierwaldstätter Sees von Johann Jakob Ziegler von Gebweiler im Oberelsaß im Stile der Neugotik erbaute Villa in den Ruinen der um 1240/42 durch Rudolf III. von Habsburg (Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg) erbauten und um 1352/57 im Krieg von Waldstätten und Luzern gegen Osterreich zerstörten und nicht wieder aufgebauten Burg und hat nichts zu tun mit der Stammburg der Habsburger im Kanton Aargau. Der Name Baehler steht für einen sagenhaften Aufstieg: Charles Baehler (geb. 1868) aus Thun reiste 1889 in Alter von 21 Jahren nach Ägypten. Er fing nach diversen Ausbildungen als Buchhalter im Hotelgewerbe an, erwarb zweimal ein gewaltiges Vermögen in Lotterien und baute mit dem Geld ein Hotelimperium in Ägypten auf. 1915 war er Chef des Shepheard's, wo er als Buchhalter angefangen hatte, und bald gehörten ihm vier Fünftel der führenden Hotels in den wichtigsten ägyptischen Städten. Er ließ bedeutende Bauten im Stile der Belle Époque errichten, den "Winter Palace" in Luxor, das "Metropolitan" in Kairo, die "Baehler Mansions" in Zamalek. Er eröffnete 1929 das "King David" in Jerusalem. 1932 verkaufte er sein Imperium an eine Investorengruppe aus Belgien und zog sich zurück. In der Schweiz residierte Baehler (gest. 12.9.1937) auf der neugotischen Villa Neuhabsburg. Die Erben Raoul und Simone Baehler verkauften das Anwesen in den 1970ern an die Familie Ringier.

Exlibris von Gustav Adolf Closs:
Ein undatiertes heraldisches Exlibris, entworfen von Gustav Adolf Closs (6.5.1864-3.9.1938), bezeichnet "Sanct Michael" (Gutenberg 18.777, 89 x 39 mm). Das Exlibris ist unten links mit dem Monogramm GAC signiert, außen das G, darin das C, darin wiederum das A. In zwei Spalten sind am linken und am rechten Rand insgesamt zwölf Wappenschilde von wichtigen Geschlechtern angebracht, die Figur des Drachentöters rahmend, der einen goldenen Schild mit schwarzem Adler trägt. Der heilige Michael steht für den Verein St. Michael, Verein deutscher Edelleute zur Pflege der Geschichte und Wahrung historisch berechtigter Standesinteressen. Friedrich Frhr. v. Gaisberg-Schöckingen (s. o.) war Vorsitzender des Vereins.

Literatur, Quellen und Links:
Elke Schutt-Kehm, Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, 2. Teil, Band 1: A-K, 720 Seiten, 1685 Abb., Verlag Claus Wittal, Wiesbaden, 1998, ISBN 978-3-922 835-31-8.
Elke Schutt-Kehm, Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, 2. Teil, Band 2: L-Z, 736 Seiten, 1795 Abb., Verlag Claus Wittal, Wiesbaden, 1998, ISBN 978-3-922 835-32-5
Claus Wittal, Eignerverzeichnis zum Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums, Verlag Claus Wittal, 2003, 336 Seiten, 595 Abb., ISBN 978-3-922 835-33-2
Siebmachers Wappenbücher
Rietstap/Rolland
Charles Baehler:
http://pdf.zeit.de/1968/45/Paepstlicher-Gardist-wurde-Hotelier.pdf und http://www.papyrus-magazin.de/archiv/2002_2003/mai/bodega.htm sowie http://www.egy.com/landmarks/99-10-28.shtml und http://www.meggen.ch/139.html
Gaisberg-Schöckingen:
http://www.helfenberg.de/historie.htm - http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ckingen - http://de.wikipedia.org/wiki/Gaisberg_(Adelsgeschlecht)
Gaisberg: Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 3
Gaisberg:
http://von-gaisberg.net/chronik/index.html - http://www.vongaisberg.de/
Gaisberg: Otto Hupp, Münchener Kalender 1922, Verlagsanstalt, vormals Manz-Verlag München-Regensburg.
Rathsamhausen: Badische Historische Kommission (Hrsg.); Kindler von Knobloch, Julius (Bearb.), Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R Heidelberg, 1919
ein herzliches Dankeschön an Herrn Gernot R. für wertvolle Hinweise
Herrn Joachim v. Roy ein herzliches Dankeschön für wertvolle Hinweise
Gaisberg: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 52. Jg., Gotha 1902, S. 221
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband H: Jürgen Arndt: Biographisches Lexikon der Heraldiker; 1992. XXIV und 664 S. mit zahlr. Wappenabb., Festeinband, Degener Verlag, ISBN 3-87947-109-6

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